Von der Nordinsel auf die Südinsel

Nun sind einige Tage vergangen und wir haben erste Eindrücke der Südinsel gewonnen. Ich stelle den Beitrag online – leider ist das Internet grade sooooo schlecht, dass ich keine Bilder hochladen kann. Das hole ich nach, sobald ich eine bessere Übertragungsrate finde. (Update: 19.12./erledigt) Schaut doch mal auf Facebook und Instagram vorbei – da sind relativ aktuell Fotos eingestellt.

Aber nun weiter im Text:

Die Überfahrt mit der Fähre hat wunderbar geklappt. Wir hatten schönstes Wetter, so dass wir die etwa eine Stunde dauernde Einfahrt durch die Marlborough Sounds nach Picton richtig genießen konnten. Sogar eine kleine Gruppe Delfine haben wir gesehen. In Picton haben wir uns dann erst Mal einen Campingplatz mit warmer Dusche gegönnt. Da war es so schön, dass wir gleich zwei Nächte blieben. Unsere Wäsche haben wir dort auch gewaschen und uns im örtlichen Supermarkt mit dem Nötigsten eingedeckt.

In Picton gibt es nette Cafés und einige sehr nette Wanderungen. Wir haben eine Halbtagestour zum Snout Head ausgesucht. Bei Traumwetter genossen wir wunderschöne Ausblicke in den Queen Charlotte Sound und das Meer.

Weiter ging es auf dem kurvenreichen Queen Charlotte Drive Richtung Nelson. Das Wetter machte hier leider nicht ganz so mit. Oft war der Himmel wolkenverhangen und die Aussicht auf die unzähligen Buchten und Berge durch Schwaden verdeckt. In Nelson parkten wir unseren Camper mitten in der Stadt auf einen Parkplatz. Dort gibt es einen für Self-Contained Campervans ausgezeichneteren Bereich in dem man kostenlos übernachten kann. Das war mehr als klasse. So mitten in der Stadt blieb der Gasherd aus. Wir gingen essen und gönnten uns eine richtig leckere Pizza bei Stefano‘s. Eine absolute Empfehlung, falls ihr irgendwann mal in Nelson seid! (Werbung, weil es so lecker war)

Am nächsten Morgen wurde der Nachteil des zentralen Parkplatzes deutlich: Kehrmaschine, Zulieferer…all das machte das in Aussicht stehende Frühstück doch sehr unattraktiv. Ich schaute, ob es in der Nähe einen geeigneten Ort geben könnte und würde in Apple Maps fündig: der Stadtstrand bot einige Einrichtungen. Also schnell alles zusammengepackt und die 5 km zum Strand gefahren. Dort war es so klasse, dass wir am nächsten Morgen das gleich nochmal so machten. Zumal es hier auch eine Dusche – nur kalt! – gab.

Im Abel Tasman Nationalpark wollten wir eigentlich mit dem Kajak fahren und die schönen Strände bestaunen. Da das aber offensichtlich alle Touristen machen wollen, sind die Preise für Kajaks und Wassertaxis unverschämt teuer. Ein Kajak kostet etwa 160$, dazu käme dann nochmal mind. 100$ für‘s notwendige Wassertaxi. Das war uns nun wirklich zu teuer. Also musste ein schwäbisches Alternativprogramm her. Und das war wie sich am Ende herausgestellt hat richtig toll. Schaut einfach die Fotos an. Da muss ich nicht mehr dazu schreiben. Naja, vielleicht noch so viel: 0$!

Von Nelson fuhren wir dann über die Nelson Lakes weiter südlich Richtung Meer. Leider wollte das Wetter auch da nicht richtig aufreißen. Aber eine kurze Wanderung am Lake Rototui und der Gang über Neuseelands längste Hängebrücke waren trotzdem drin. Aber auch bei der Hängebrücke stellte ich fest: viel Geld für etwas was die Welt nicht braucht. Die 10$ für die Brücke waren ja noch ok. Das muss ja auch erhalten werden. Aber dann bieten die doch tatsächlich eine Seilrutsche an, für die man 30$ (sitzend) oder 60$ (liegend) bezahlen soll. Da die Rutsche nicht lang und auch nicht schnell ist, ist das echt ein Witz. Naja, man muss es ja nicht machen. 

Über den River brettern übrigens Jet-Boote, die einen besonderen Thrill versprechen. Wer‘s braucht.

In Westport blieben wir zwei Nächte, da wir einen wirklich schönen Freedom-Campground direkt am Meer gefunden haben. Leider ohne klare Stranddusche. Aber  zwischen sind wir ja Campingprofis. Im örtlichen Schwimmbad drehten wir ein paar Runden im Pool und duschten danach ausgiebig heiß. Für 10$ eine wirklich lohnende Investition!

Super war auch der kleine Ausflug und die zweistündige Wanderung am Cape zu der Seelöwenkolonie. Westport hat eine traumhafte Küste und tolles Hinterland mit hohen Bergen. 

Und die Seelöwen? Das war richtig toll. Die Mamas haben bereits ihre Babys bekommen. Wir konnten einige beim Säugen beobachten. Und auch den Papa, der seine Weibchen im Griff hat. Das war für mich wieder ein Highlight unserer Reise. Eigentlich immer wenn Tiere mit im Spiel sind, freue ich mich. Und sie in freier Wildbahn zu erleben ist immer etwas ganz besonderes.

Wir reisen weiter zu den Pancake Rocks und dann auch schon in die Alpen, zu den Gletschern. Hoffentlich macht das Wetter mit. Das ist hier in Neuseeland sehr unberechenbar und die Vorhersagen stimmen eigentlich nie.

Nun sitzen wir in Franz Josef – Ja das heißt wirklich so – und erholen uns von zwei anstrengenden Tagen hier. 

Die Pancake Rocks konnten wir bei bestem Wetter bestaunen. Die heißen so, weil sie wie übereinander gestapelte Pfannkuchen aussehen.  Und das stimmt wirklich! 

Das Wasser hat hier so eine Gewalt, dass es zwischen den Felsen hochgedrückt wird und dann die Gischt nach oben schießt. Ein wirklich beeindruckendes Spektakel – allerdings nur bei Sturm. Und wir hatten ja glücklicherweise tollstes Wetter. Das war so toll, dass wir unseren Camper direkt am Meer abstellten und noch einen Tagen gemütlich relaxten. Schön war‘s.

In Franz Josef haben wir wirklich viel gesehen. Natürlich sind wir zu dem Gletscher gelaufen. So nah man eben kann. Und eine richtige Wanderung zu einem Aussichtspunkt haben wir auch gemacht. Das war super anstrengend. Fünf Stunden über mit Moos bewachsenen Steinen. Glitschig und steil. Und dann? Naja, den Gletscher haben wir schon gesehen. Aber oberhalb des Gletschers kamen wir nicht raus. Das war so beschrieben. Wahrscheinlich sind die Texte 10 Jahre alt. Und damals war der Gletscher noch um einiges länger. Er verliert unglaubliche 1-7 Metter am TAG! Überall stehen deshalb Hinweistafeln zur Klimaveränderung und Tipps was man dagegen tun kann. Etwas unglaubwürdig. Denn den ganzen Tag fliegen Hubschrauber um gut zahlende Kunden über oder sogar auf den Gletscher zu fliegen. Von 8 bis 18 Uhr dröhnen die Rotoren. Und nicht von einem Hubschrauber. Mehrere Unetrnehmen buhlen um Kundschaft und das Geschäft boomt. Ich finde es schrecklich! Und das nächste Mal nehme ich Aufkleber mit auf denen steht: „Don‘t Book a helicopter scenic flight“. Und die klebe ich auf jedes Schild im Nationalpark auf dem steht: „What you can do against climate change“.

Das absolut beeindruckendste Erlebnis hier bei den Gletschern hatten wir am Lake Matheson. Dessen Wasser ist dunkelbraun. Und deshalb spiegelt sich die Umgebung in seiner Oberfläche. Natürlich nur bei besten Bedingungen: absolute Windstille, Sonne und am besten keine Wolken.

Tja und auf diesen Moement warteten wir. Die Berge waren verhängen und es sah wirklich nicht danach aus, dass sie noch aufreißen würden. Außerdem war es nicht windstill. Der See kräuselte sich. Wir liefen einmal drumrum, setzten uns auf eine Bank und warteten. Dann verließ uns der Mut und wir gingen zurück zum Parkplatz. Dort setzen wir uns ins Auto und warteten. Plötzlich sah es so aus, als ob die Wolken Platz machen würden. Wir also schnell zurück zum See. Und was soll ich sagen. Es war perfekt! 

Da ist es auch egal, dass es ab heute Nacht regen soll. Wir fahren eh weiter und schauen was Wanaka so kann. 

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